Brigitte Regel (vorne 7. v. r.) ist in diesem Jahr zum ersten Mal für die Neersener Ferienspiel verantwortlich. Sie hat die Aufgabe von Karin Beck (vorne 3. v. r.) übernommen. Foto: ad
Neersen (jfg). Das Neersener Pfarrzentrum „Brücke“ ist seit gut einer Woche fest in Kinderhand. Überall wird getobt, gelacht und gespielt. Hier muss keiner still die Schulbank drücken und sich den Kopf über Bruchrechnen und Rechtschreibung zerbrechen: „Ferien sind in erster Linie zum Erholen da“, steht für Brigitte Regel fest. In diesen Sommerferien leitet sie zum ersten Mal hautverantwortlich die Neersener Ferienspiele. Ihr ist klar, drei Wochen lang die Verantwortung für 90 ausgelassene Mädchen und Jungen zu übernehmen, ist kein leichter Job: „Aber wenn sich die Kinder verabschieden und richtig Spaß hatten, ist das genug Lohn“, sagt Brigitte Regel. Die Neersenerin hat schon als Jugendliche Gruppen begleitet und bringt daher „ein breites Erfahrungsspektrum“ in der Kinderbetreuung mit. Als neue Leiterin übernimmt sie die Staffel von Karin Beck, die 2003 eine über 30-jährige Tradition wieder zu neuem Leben erweckte Denn weil das Angebot 2002 ausfallen musste, stellte Karin Beck mit Unterstützung die Ferienspiele wieder auf die Beine: „Es geht in erster Linie um die Kinder, die nicht in Urlaub fahren können“, sagt das Mitglied des Kirchenvorstands. Ihre Erfahrung in den letzten Jahren: Weil immer öfter beide Elternteile berufstätig sind, steigt die Nachfrage nach qualifizierter Kinderbetreuung in den Ferien. „Die Ferienspiele in Neersen gehören zu den beliebtesten Angeboten in der Stadt Willich“, sagt Karin Beck nicht ohne Stolz. Bereits seit den 80er Jahren gibt es in der Pfarre St. Maria Neersen Ferienspiele. Für alle Sechs- bis Elfjährige, die nicht zu Hause bleiben wollen, wird ein buntes Ferienprogramm mit unterschiedlichen Spielen, Bastelangeboten und Ausflügen angeboten. Dabei dringen die Kinder dieses Jahr tief in die galaktische Welt des Universum ein. Denn seit einigen Jahren stehen die Ferienspiele unter einem bestimmten Thema. Egal ob beim Basteln der Klingonenpinatas, einer Rallye im Auftrag der Sternenflotte oder der Milchstraßentalentshow: „Alles dreht sich um das Weltall“, so die frischgebackene Ferienspiel-Leiterin. Dass dabei ganz nebenbei auch die Fantasie angeregt wird und die Kinder jede Menge neue Dinge über ihre Welt erfahren, ist zwar ein schöner Lerneffekt, steht aber nicht im Vordergrund. Brigitte Regel geht es in erster Linie um sinnvolle Freizeitgestaltung, denn „der Druck und das Lernpensum ist im Schullalltag schon groß genug“, findet die zweifache Mutter. Ein echter Renner sind in den drei Wochen Ferienspaß die Auflüge ins Bobbejaanland, Maislabyrinth oder zum Schwimmen in „De Bütt“. Die Kinder sind immer in altersgestaffelten Kleingruppen von acht Mädchen und Jungen unterwegs. Damit auch die Kleinsten Hilfe und Unterstützung bekommen, „haben wir einen guten Betreuungsschlüssel“, so Brigitte Regel. 22 Ehrenamtliche, von denen mindestens 15 über 18 Jahre alt sind, passen auf 90 Kinder auf. Das Betreuerinnenteam setzt auf Nachwuchsförderung, „denn ohne Hilfe geht es nicht“, weiß auch Karin Beck. 60 Euro kosten drei Wochen Ferienspiele. Das zweite Kind muss 50 Euro, jedes weitere gar nichts bezahlen. Darin enthalten sind Verpflegung und Ausflüge: „Wir brauchten eigentlich das Doppelte“, so Brigitte Regel nüchtern. Weil das Land NWR die Fördergelder für die Ferienspiel gestrichen hat, sind Spenden, die Unterstützung der Pfarre und das Engagement von Müttern überlebensnotwenig. Immerhin geht es besonders um die Kinder, die sich keinen Urlaub leisten können.
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